Eingewöhnung

Mit dem Eintritt in die Kita beginnt für das Kind ein neuer Lebensabschnitt mit vielfältigen Eindrücken. Die Eingewöhnungsphase stellt einen wichtigen Entwicklungsschritt für das Kind dar und geht mit einer Reihe von spezifischen Erwartungen an die Kinder, die Fachkräfte und die Eltern einher.

Sich von der primären Bezugsperson zu lösen, sich zurechtzufinden in einer fremden Umgebung und eine weitere Bezugsperson (hier die pädagogische Fachkraft) anzuerkennen, sind Herausforderungen, mit denen sich das Kind in der Eingewöhnung auseinandersetzen muss. Vor dem Hintergrund solcher Überlegungen ist eine behutsame Eingewöhnung unabdingbar. Somit ist es wichtig, dass das Kind das Eingewöhnungstempo bestimmt.

Ablauf der Eingewöhnung

In Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell umfasst die Eingewöhnungszeit in der Regel 6-8 Wochen. In den ersten Wochen ist dabei ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind in der Einrichtung. Später genügt meist die telefonische Erreichbarkeit, so dass die Eltern bei Bedarf schnell in der Kita sein können. Einen vollen Tag allein in der Kita verbringen die Kinder erfahrungsgemäß erst nach einigen Wochen. Bei der Planung der Berufsrückkehr sollten Eltern dies berücksichtigen.

Zu Beginn der Eingewöhnungsphase verlässt der Elternteil, der die Eingewöhnung übernimmt, nicht den Raum. Das Kind lernt im sicheren Beisein des Elternteils den Tagesablauf Stück für Stück kennen. Es bekommt die Möglichkeit, eine Bindung zu den anderen Kindern und der Bezugserzieherin aufzubauen, um sich sanft von dem Elternteil lösen zu können. Sobald das Kind den Eindruck vermittelt, dass eine kurze Trennung von dem Elternteil auszuhalten wäre, kann diese stattfinden. Je nach Reaktion des Kindes auf die Trennung, ist es möglich diese zeitlich zu dehnen. Durch den täglichen Austausch zwischen den Eltern und der Bezugserzieherin, können weitere Abläufe besprochen werden.

Die Rolle des Kindes

In der Kita trifft das Kind auf ein neues Umfeld. Es muss sich mit vielen neuen Reizen und Veränderungen in der Alltagsstruktur auseinandersetzen. Das Kind teilt sich die Räume, die Spielsachen, die Bezugsperson etc. mit weiteren Kindern, was das Kind erst einmal verkraften und verarbeiten muss.

Erfahrungsgemäß beobachtet das Kind in der Eingewöhnungsphase die Kinder, die pädagogische Fachkraft und das alltägliche Geschehen einige Tage. Erst wenn das Kind sich sicher in seiner Umgebung fühlt beginnt es intensiv zu spielen.

Diese Art des Beobachtens ist für die Kontaktaufnahme der Kinder untereinander sehr wichtig. Kein Kind sollte deshalb zum Spiel gezwungen werden – auch nicht um die Eltern zu beruhigen.

Sonderregeln für Kinder unter 18 Monate

Ein Tag in der Kita ist lang und anstrengend für die Kleinen. Erfahrungsgemäß sind sie nach rund 6 Stunden überanstrengt und müde, daher empfehlen wir Kinder unter 18 Monaten bis spätestens 15.00 Uhr abzuholen.

Die Rolle der pädagogischen Fachkraft

Um eine tragfähige Bindung zum Kind aufzubauen, nimmt eine Bezugserzieherin am Anfang die Beobachterrolle ein. Dabei soll sie die Signale des Kindes erkennen, richtig deuten, um anschließend angemessen handeln zu können. In dieser Zeit sind eine klare Struktur, sowie die festgelegten Absprachen und Regeln zwischen Bezugserzieherin und den Eltern von großer Bedeutung. Dadurch wird die Basis, auf der das Kind Sicherheit und Vertrauen für die neue Situation aufbauen kann, geschaffen.

Die Rolle der Eltern

Die bloße Anwesenheit der Eltern gibt dem Kind besonders in der Eingewöhnungsphase die nötige Sicherheit sich auf die neue Situation einzulassen. In dieser elementaren Phase können Eltern ihrem Kind den Übergang ungemein erleichtern. Durch den ständigen Austausch zwischen Eltern und Bezugserzieherin können z.B. Erwartungen, Bedenken, weitere Absprachen, o.ä. besprochen oder festgehalten werden. Dabei entsteht nicht nur der „Rahmen“ für die Eingewöhnung, sondern auch eine wunderbare Verknüpfung zwischen dem Elternhaus und der Kita. Das Kind profitiert enorm aus der sich daraus entwickelten Sicherheit und Vertrauen auf beiden Seiten. Für Eltern ist es wichtig zu wissen, dass nicht sie das Eingewöhnungstempo angeben, sondern das Kind! Ein Kind, dass die Erfahrung der Eingewöhnung in seinem Tempo machen durfte, bewältigt den Kita-Alltag anschließend gut und fühlt sich in der neuen Umgebung willkommen und sicher.

 

 

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